Feuerwehr Weißkirchen

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Der BOS-Funk

Grundlagen des BOS-Funk

Über den BOS­Funk, den Funkverkehr der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, als Teil der nichtöffentlichen festen und beweglichen Funkdienste in Deutschland gibt es nur wenige öffentlich zugängliche Informationen. Einzelheiten über Funkkanäle und Funkrufnamen sowie die Betriebspraxis werden von den beteiligten Behörden und Organisationen als vertrauliche Verschlußsache gehandelt. In dieser Serie lernen Sie die Grundlagen des BOS­Funks kennen und erfahren etwas über den Aufbau und die Arbeitsweise der Dienste in Theorie und Praxis.

Grundlagen

Funkanwendungen werden in der Bundesrepublik Deutschland in verschiede Kategorien unterteilt. Zu den bekannten Funkanwendungen gehören Rundfunk, Amateurfunk, Ortungsfunk, Festfunk und Mobilfunk. Der Teilbereich Mobilfunk gliedert sich in Seefunk, Flugfunk und mobilen Landfunk. Untergruppen des mobilen Landfunks sind Funktelefon, Funkruf und Rheinfunk.

Diese Funkdienste haben das Merkmal, daß sie von der Öffentlichkeit genutzt werden können, also nicht einem geschlossenen Benutzerkreis vorbehalten sind.

Anders verhält es sich mit dem nichtöffentlichen mobilen Landfunk. Dazu zählen der Betriebsfunk von Firmen, der Betriebsfunk der Deutschen Bahn, Personenruffunk, CB­Funk und andere Dienste, die einer geschlossenen Gruppe von Anwendern vorbehalten sind.

Der nichtöffentliche mobile Landfunk (nömL) der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz »BOS­Funk«, ist ein Teilbereich dieser Funkanwendungen. Für diese Anwendungen gelten für die Genehmigung und den Funkbetrieb bestimmte bundeseinheitliche Vorschriften des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation.

Der mobile Landfunk ist ein Funkdienst mit Fernmeldeverkehr zwischen ortsfesten und beweglichen Funkstellen, der in der Regel erdgebunden ist. Eine Ausnahme bilden Schiffe der Wasserschutzpolizei und Hubschrauber der Polizeihubschrauberstaffeln der Bundesländer. Diese beiden Nutzer werden, obwohl sie sich auf dem Wasser beziehungsweise in der Luft bewegen, trotzdem zum beweglichen Landfunkdienst gezählt.
Für den BOS­Funk als Teil des nichtöffentlichen beweglichen Landfunkdienstes gelten besondere Richtlinien, die in den »Meterwellenfunk­Richtlinien BOS« zusammengefaßt sind. Durch diese Richtlinien sollen den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ausreichende Funkverbindungen im Rahmen ihrer Aufgaben gesichert und Störungen durch andere Funkanwender vermieden werden. Die von den BOS­Diensten genutzten Frequenzen im VHF­ und UHF­Bereich (Meterwellen und Dezimeterwellen) sind für diese Dienste exklusiv reserviert, d. h., daß keine anderen Funkanwendungen oder Funkdienste in diesen Bereichen betrieben werden dürfen.

BOS­Dienste

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind die bekanntesten Dienste unter den BOS­Funk­Anwendern. Es gibt aber noch eine Reihe anderer Behörden und Organisationen, auf welche die Kriterien der Meterwellenfunk­Richtlinien­BOS zutreffen. Nach diesen Richtlinien gehören zu den BOS­Diensten:

Die Polizei der Bundesländer als Landespolizei (LP) mit der Schutzpolizei (SP), der Autobahnpolizei (AP) und der Kriminalpolizei (KP), die Bereitschaftspolizei (BePo), die Grenzpolizei in Bayern (GP), die Polizeiverwaltungsämter (PolVA), die Landesämter für Verfassungsschutz (LfV) und die Landeskriminalämter der Bundesländer (LKA).

Polizei­ und Katastrophenschutzbehörden, die dem Bundesministerium des Innern in Bonn direkt und unmittelbar unterstellt sind. Dazu zählen der Bundesgrenzschutz (BGS), das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mit der Außenstelle in Meckenheim bei Bonn, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln sowie die Wasser­ und Schifffahrtspolizei (WSP), Katastrophenschutzbehörden der Bundesländer, der Gemeinden und Gemeindeverbände, private Organisationen des Katastrophenschutzes und die Betreiber von Rettungshubschraubern (Deutsche Rettungsflugwacht (DRF) in Stuttgart, Allgemeiner Deutscher Automobilclub Luftrettung (ADAC) in München und private Unternehmen), Bundeszollverwaltung (BZV) mit den Zollfahndungsämtern (ZFA), Feuerwehren (FW) mit den Untergruppen Berufsfeuerwehr (BF) als Pflichtfeuerwehr in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, Werksfeuerwehren (WF) in großen Industrieunternehmen und Freiwillige Feuerwehren (FF).
Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) mit ihren Landes­, Kreis­ und Ortsverbänden, Hilfsorganisationen für den öffentlichen Rettungsdienst. Dazu gehören der Arbeiter­Samariter­Bund (ASB), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Johanniter­Unfall­Hilfe (JUH), der Malteser Hilfsdienst (MHD), die Deutsche Lebensrettungs­Gesellschaft (DLRG), Bergwacht und Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes, die Rettungshundestaffeln und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Auch die Bundeswehr mit den Rettungshubschraubern des Such­ und Rettungsdienstes für die Luftfahrt (SAR) gehört bei der Wahrnehmung ziviler Aufgaben zu den BOS­Funk­berechtigten Diensten.

Funkkanäle und Frequenzen

Den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben stehen drei Frequenzbereiche im Meterwellenbereich (VHF­Band) und ein Frequenzbereich im Dezimeterwellenbereich (UHF­Band) für Sprech­ und Datenfunkverkehr zur Verfügung. Diese Frequenzbereiche sind nach den mittleren Wellenlängen der Betriebsfrequenzen benannt und heißen im allgemeinen Sprachgebrauch 8­Meter­Band, 4­Meter­Band, 2­Meter­Band und 70­Zentimeter­Band.

Die einzelnen Kanäle werden den BOS­Diensten durch das Bundesinnenministerium zugewiesen. Eine Zuteilung an die Bedarfsträger erfolgt durch die Innenbehörden der Bundesländer.

Quelle: Marten M. Grundlagen des BOS-Funkes. HF-Praxis 1993